21.07.2016
Im Januar 2013 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision - BCBS) die „Grundsätze für die effektive Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung“ veröffentlicht.
Die BCBS 239-Grundsätze verschärfen die regulatorischen Anforderungen an Banken und ergänzen bereits bestehende Gesetzesbemühungen, indem sie unter anderem stärkere Anforderungen an das (Gruppen)-Risikomanagement stellen. Damit sollen Banken befähigt werden, ihre gruppenweiten Risiken zu erkennen und (besser) zu managen. Das Ziel dieser regulatorischen Vorgaben ist es das Risikomanagement der Banken nachhaltig verbessern und Banken dazu zu verpflichten, Ihre Risikodaten in angemessener Zeit so aufzubereiten und auszuwerten, dass sie Ihre Risiken verantwortungsvoll steuern können.
Seit Januar 2016 sind die neuen Anforderungen von allen global als systemrelevant geltenden Finanzinstituten (G-SIBs, „global systemically important bank“) einzuhalten und sind sowohl auf Konzernebene als auch für einzelne Institute verpflichtend. Für die national systemrelevanten Banken (O-SIIs, „other systematically important institutions“) gilt eine Umsetzungsfrist von drei Jahren nach Designation durch die BaFin. Die Prinzipien wurden in abgeschwächter Form zudem im aktuellen MaRisk Entwurf berücksichtigt, der voraussichtlich bis zum 3. Quartal 2016 verabschiedet wird.
Neben den Anforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation der Risikofunktion in Banken werden erstmals auch konkrete regulatorische Anforderungen an die IT-Architektur und das Datenmanagement in Kreditinstituten formuliert. Diese sind prinzipienorientiert und in die folgenden vier eng miteinander verbundenen Themenbereiche gegliedert:
Durch neue Anforderungen, die sich aus Richtlinien wie dieser, aber auch aus weiteren regulatorischen Initiativen wie Fundamental Review of the Trading Book (FRTB), Analytical Credit Datasets (AnaCredit) und IFRS 9 ergeben, werden die Kosten für Bankenregulierung in den nächsten Jahren weiter steigen.
Wesentliche Trends sind neben der Ablösung formularbasierter Meldungen durch Daten-Cubes auch die notwendige Integration regulatorischer Kennziffern in die Gesamtbanksteuerung. Diese regulatorischen Entwicklungen haben weitreichende Konsequenzen für alle Banken sowie deren IT-Architekturen und fordern insbesondere von Software-Anbietern Ihre Lösungen hinsichtlich dieser Trends und Herausforderungen zeitgemäß aufzustellen.
Vor diesem Hintergrund hat sich BearingPoint entschieden, eine neue Generation der bewährten Abacus-Software zu entwickeln, die umfangreiche Funktionen für Reporting, Risikokalkulationen und Steuerung regulatorischer Kennziffern auf einer Plattform integriert. Zusätzlich bieten unsere Spezialisten, die langjährigere Expertise im Bereich des Meldewesens haben, Unterstützung bei Ihren individuellen Implementierungs-Projekten.