Am 22. März 2022 veröffentlichte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine öffentliche Konsultation zum Crypto Asset Reporting Framework (CARF) sowie Änderungsvorschläge des Common Reporting Standard (CRS) für den Austausch von Informationen zu Finanzkonten zwischen Ländern.

Das neue globale Regelwerk zum Austausch von Nutzerdaten, CARF, sieht die Erhebung und den Austausch steuerlich relevanter Informationen in Bezug auf Personen, die an bestimmten Transaktionen mit Krypto-Vermögenswerten beteiligt sind, zwischen den Steuerverwaltungen vor.

Was ist meldepflichtig:

  • Krypto-Vermögenswerte, die dezentral gehalten und übertragen werden können, ohne dass traditionelle Finanzintermediäre eingreifen müssen.
  • Anlageklassen, die auf einer ähnlichen Technologie beruhen und in Zukunft entstehen könnten.

Wer muss reporten:

  • Natürliche und juristische Personen, die als Unternehmen Dienstleistungen zum Tausch von Krypto-Vermögenswerten gegen andere Kryptowährungen oder gegen Fiatgeld anbieten, müssen das Sorgfaltspflichtverfahren zur Identifizierung ihrer Kunden anwenden und die Gesamtwerte der Tauschvorgänge und Überweisungen für diese Kunden jährlich melden. (Crypto-Asset Service Provider).
  • Natürliche und juristische Personen, die als Unternehmen Transaktionen von Krypto-Vermögenswerten durchführen, sowie Kryptowährungen gegen andere Kryptowährung oder Fiatgeld tauschen. Diese müssen das Sorgfaltspflichtverfahren zur Identifizierung ihrer Kunden anwenden und die Gesamtwerte der Transaktionen und Tauschvorgänge für diese Kunden jährlich melden.

Das Dokument zur öffentlichen Konsultation enthält den aktuellen Entwurf des ersten Bausteins (d.h. Regeln und Kommentar). Sobald die Arbeit an den Regeln und Kommentaren abgeschlossen ist, werden der zweite und der dritte Baustein entwickelt (d.h. 2. Rahmen für gegenseitige oder MCAA oder Vereinbarungen für den im Rahmen der CARF erhobenen AIA, 3. technische Lösungen zur Unterstützung des Informationsaustauschs).

Neben CARF hat die OECD auch folgende Vorschläge für Änderungen des CRS vorgelegt:

  • Ausweitung des Anwendungsbereichs des CRS auf elektronische Geld-Produkte und digitale Zentralbankwährungen.
  • Abdeckung indirekter Investitionen in Krypto-Vermögenswerte durch Investmentgesellschaften und Derivate.
  • eine effiziente Interaktion zwischen dem CRS und der CARF zu schaffen, um doppeltes Reporting zu begrenzen.
  • Verbesserung der Sorgfaltspflichtverfahren und der Meldeergebnisse mit dem Ziel, die Nutzbarkeit der CRS-Informationen für die Steuerverwaltungen zu erhöhen und die Belastung der Finanzinstitute zu begrenzen.

Derzeit wartet die OECD auf öffentliche Kommentare zum neuen Regelwerk bis zum 29. April 2022, die während der Sitzung Ende Mai 2022 diskutiert werden sollen. Ziel der OECD ist es, im Rahmen des G20-Gipfels in Indonesien im Oktober 2022 über diese Vorschläge zu berichten.

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